Reiseerlebnisse

...von einer Welt voller Gegensätze,  Armut und Reichtum, Schönheit und Müll, Bergen und Meer und vor allem einer Welt der Farben und Gerüche... die Philippinischen Inseln!

Metropolregion Cebu

Der im Pazifischen Ozean gelegene Archipel  besteht aus 7641 einzelnen Inseln, die  -  geht man von ihrer Fläche aus -  den fünftgrößten Inselstaat der Welt bilden. 
110 Mio Einwohner verteilen sich  auf hauptsächlich zwei große Metropolzentren -  Manila und Cebu.

Auf dem Airport in Mactan angekommen, erschlägt uns sofort die Hitze -  solange, bis wir  in das wartende Taxi eingestiegen sind, das stark heruntergekühlt wurde -  und man gleich wieder zur Jacke greift. 
Unglaublich und für uns Europäer nicht fassbar ist die Verkehrssituation.
Cebu verfügt über keine einzige Eisenbahnlinie. 
Der komplette Verkehr für über 2,5 Mio Menschen läuft auf der Straße. 
Auch wenn ein Durchschnitts- Philippino nur etwa ein Zehntel dessen verdient, was bei uns üblich ist, geht er eher nicht zu Fuß. 
Wer es sich leisten kann, hat ein Auto. Ansonsten fahren Busse, Taxis und ein UBER-ähnliches System namens GRAB (per App geordert und meist gleich online bezahlt) ermöglicht jedem, von A nach B zu kommen. 
Last but not least das gute alte Fahrrad...
Mich haben vor allem die Moto-Taxis fasziniert, Mopeds mit einem sehr unterschiedlich gestalteten Dachaufbau gegen die Sonne, auf denen man teilweise bis zu sechs oder sieben Personen fahren sieht... und natürlich habe ich das auch selbst ausprobiert!
Auf den folgenden Bildern habe ich versucht, einige Impressionen zum Thema Straße und Verkehr einzufangen.

Große Unterschiede

Cebu ist eine Insel der Gegensätze. Weithin sichtbar entstehen große, vor allem hohe und topmoderne Bauten, werben Einkaufsmalls um Kunden und verwöhnen Ressorts ihre zahlenden Gäste. 
Aber schon um die nächste Ecke lauert die Armut, stapelt sich der Schmutz, lungern herrenlose Hunde und Katzen im Schatten. 
Wir haben fast zwei Wochen in einem Bungalow am Strand gewohnt und nie zuvor wurde mir täglich bewusst gemacht, wie privilegiert ich bin. 

Naturschönheit entdecken

Als Insel ist Cebu logischerweise rundum von Wasser umgeben und entsprechend hat es auch eine ganze Reihe schöner Strände. Das langgezogene Eiland besitzt in seiner Mitte allerdings auch einen Höhenzug, der sich wie ein Rückgrat hindurchzieht. 
Mehrere Wasserfälle laden zum einem Besuch ein. 
Leider ist die Infrastruktur außerhalb der großen Städte  mehr schlecht als recht und überall dort, wo Menschen leben, gibt es Verkehrsbehinderungen en masse...

Wir machen uns heute auf den Weg in den Süden Cebus - nach Badian zu den Kawasan Falls -  eine Strecke von gut 120 km, für die wir allerdings mit dem Auto fast 4 Stunden benötigen.
Canyoning ist angesagt!
Wer im Vorfeld einen Trip gebucht hat, ist hier klar im Vorteil: Der Preis wird vorab vereinbart und es entstehen keine Zusatzkosten. 
Nachdem wir (als Gruppe von gut 10 Personen) unsere Guides kennen gelernt haben, ausführlich Bürokratie betrieben bzgl. unseres Gesundheitszustands und jede/r mit Rettungsweste und Helm ausgestattet wurden, besteigen wir immer zu dritt ein Moped und kurven über schmale, holprige Pfade bergauf zu einer Seilbahnstation. 
Hier erhalten wir Gurte umgehängt, dürfen an einem langen Kabel über das Tal schweben und einen tollen Ausblick genießen. Die Landung ist etwas holperig, aber dafür sind wir nun direkt an einem Flusslauf angekommen, in dem wir uns schwimmend, watend oder teilweise auch springend (bis zu 7 m) ebenenweise abwärts bewegen.  
Eine einmalig sensationelle  Canyonwanderung durch den Dschungel, etwa 9 km lang - mit wahnsinnig schönen Wegabschnitten, Abenteuer pur! 

Zwischendrin verblüffende Anblicke: Mitten in die Felsen hinein haben Menschen Hütten gebaut und bieten den Wasserwanderern  Obst, Getränke und sogar Gebratenes  zur Stärkung an! 
Der letzte große Fall ist dann das Finale -  wer hier noch Kraft hat, kann sich eine kräftige Dusche holen oder einfach den Anblick genießen. 

Zurück am Ausgangspunkt erwartet uns eine einfache, aber schmackhafte kleine Mahlzeit, die wir allerdings mutig gegen streunende Hunde verteidigen müssen. 
Besonders wir Ü60er wurden von den Guides hervorragend betreut und unterwegs fabelhaft  begleitet. Großes Lob!

Über den Inselrand hinweg  nach Bohol

Googelt man Sehenswürdigkeiten in Cebu, werden einem regelmäßig auch Trips zur Nachbarinsel vorgeschlagen. Preislich liegen die Angebote weit auseinander. Wir entscheiden uns für ein etwas teureres Arrangement, dafür sind wir nur als Paar mit einem Guide (und dem Fahrer) unterwegs. 
Wir starten morgens um 7 am Hotel und werden zum Hafen gebracht. Dort  besteigen wir eine Fähre, und bereits 5 Stunden später erreichen wir die Insel (lol). 
Mein Gute-Laune-Level ist nahe Null...  
Rimal, unser irgendwie unorganisiert wirkender Begleiter fragt, ob wir jetzt lunchen wollen. Die Fahrt dorthin wäre etwa eine Stunde. Essen ist zwar jetzt das Letzte, worauf ich Lust habe, aber wir willigen ein und eine sehr holperige Reise mit einem Kleinbus beginnt. 
Auf Bohol leben deutlich weniger Menschen, dementsprechend ist's hier auch sauberer und ordentlicher, manchmal sogar etwas gepflegt. 
Man hatte uns vorher gesagt, dass der Lunch auf einem Boot stattfinden würde. 
Dass wir ein elegant möbliertes,  überdachtes asiatisches Floß besteigen und dort ein Mittagsbüffet vom Feinsten vorfinden würden, hätten wir nicht geglaubt -  aber genau so kommt  es. 
Zwei Stunden lang schippern wir auf einem wunderschönen Fluss mit türkisfarbenem Wasser umher, laben uns an Köstlichkeiten der Insel, bekommen erfrischende Getränke serviert, werden von einer einheimischen Kulturgruppe mit Tänzen aus der Region mitgerissen, sogar Live Musik an Bord ist dabei. 
Natürlich als komplettes Touristenprogramm  gestaltet -  aber unglaublich interessant und gut gemacht. 

Wieder an Land, kurvt unser Wagen dann in das bergige Zentrum der Insel. Hier in einem Urwald leben die kleinsten Makis der Welt -  die glubschäugigen Koboldmakis.
Die Tiere sind nachtaktiv und schlafen den ganzen Tag im Schatten des Dschungels. Dabei haben sie allerdings trotzdem die Augen offen... und sind ein beliebtes Ziel für tierliebe Reisende. 
Man geht auf geführten Wegen durch den Wald, wissendes Personal macht einen auf die Schlafplätze der Tierchen aufmerksam und achtet genau darauf, dass man die Kleinen weder durch Krach noch durch Kamerablitz stört. 
Ein sehr leises, aber intensives Vergnügen... 

Und dann ruckeln wir sofort weiter zu unserem für heute letzten Ziel -  darauf habe ich mich bereits seit Tagen gefreut: die Chocolate Hills.
Durch Erosion und geologische Hebung entstanden viele dicht nebeneinander liegende Hügel, die - besonders bei niedrig stehender Sonne - wie in den Dschungel gesteckte Schokopralinen wirken.

Unser Fahrer bemerkt, wie müde wir bereits wirken und versucht, einen Parkplatz auf dem obersten Level zu bekommen, was auch gelingt.
So bleiben uns, um diesen grandiosen Ausblick genießen zum können, "nur noch" ca. 500 Treppenstufen zu steigen. 
Die haben sich aber absolut gelohnt, der Blick von oben ist traumhaft. 
In einen der Hügel ist eine Aussichtsplattform eingebaut, sodass man mit einer Reihe der  Schokis auf Augenhöhe ist und die kleineren sogar von oben überblicken kann. Eine Drehung rundum  zeigt, dass es noch viel mehr davon gibt.
Bohol ist vor langer Zeit ein Korallenriff gewesen, und die mehr als 1200 Hügelkuppen erzählen noch heute davon. 

Den Rückweg über den Pazifik nehmen wir mit einem Schnellboot und sind so fast doppelt so fix wieder in Cebu City angelangt. 
Derartige Touri-Ausflüge sind eigentlich nicht meins,  aber am Ende des Tages bin ich sehr glücklich, mich dafür entschieden zu haben -  sowohl das Ziel als auch die persönliche Betreuung waren super angenehm. 

Von oben geschaut - TOP of Cebu

Der Aussichtspunkt „The Top“ wurde 1985 offiziell geschaffen. Ursprünglich bestand er wohl lediglich aus steinernen Mauern, ein paar Holzbänken und zweistöckigen, in einem Halbkreis angeordneten Hütten aus Cogongras. 
Gouverneur Lito, ein Architekt und Künstler mit Leidenschaft für Architektur, ließ den Hügel abtragen, um die Aussicht zu optimieren, und entwarf die heute sichtbaren, einzigartigen geometrischen Muster des Geländes -  drei Jahre, bevor er  die Regierungsgeschäfte der Provinz übernahm.
Manche Gäste fanden  es wahrscheinlich klasse, die Bambusleitern der Hütten hinaufzusteigen, um dort zu übernachten. Später entschied die Leitung jedoch, dass die Unterkünfte stabiler und haltbarer sein müssten, und ersetzte sie durch  Steinhöhlen und die berühmten „Bögen“, die heute untrennbar mit dem Ort verbunden sind. Die Höhlen entwickelten sich schnell zu beliebten Treffpunkten für Freundesgruppen, man traf sich es wurde gegessen und getrunken und wahrscheinlich auch übernachtet, denn nach dem Sonnenuntergang bleiben  Besuchenden nur wenige Minuten bis zum Einbruch der Nacht.

Heute sind die Bögen beliebte Selfie-Points und jede Menge Cafés , Restaurants und Bars haben sich hier angesiedelt. 
Zum Abend füllt sich die vormittags noch leere Besucherterrasse zusehends, Live-Bands sorgen für Unterhaltung und die Stimmung ist genauso atemberaubend wie die Aussicht. 

Bei den Asia Architecture Awards 2023 wurde TOPS  unter mehr als 1000 Teilnehmern als „Bestes Architekturdesign für Gewerbegebäude“ ausgezeichnet. 

Ein Denkmal für die Liebe

Der 2012 erbaute Temple of Leah  wird auch  als das „Taj Mahal“  Cebus bezeichnet. Das von Teodorico Adarna zu Ehren seiner verstorbenen Frau Leah in Auftrag gegebene, griechisch-römisch inspirierte Bauwerk besticht durch imposante Säulen, Statuen und geschwungene Treppen. Mit Panoramablick auf Cebu City ist es sowohl ein Denkmal der Verehrung als auch eine beeindruckende kulturelle Attraktion.
Nach seinen eigenen Worten hofft Adarna, dass es mindestens 100 Jahre stehen wird -  ich befürchte aber, dieser Wunsch bleibt unerfüllt, denn bereits jetzt, 14 Jahre nach der Eröffnung, zeigen sich schon unübersehbare Schäden am Bau.

Dennoch: Wer Cebu City besucht, für den ist ein Stop hier unerlässlich!

Berggarten und Dschungel-Camp

Wir haben für zwei Tage einen Mietwagen und sind unterwegs zum gebirgigen Rückgrat Cebus. 
Reiseführer werben für einen holländisch inspirierten Parkgarten, den wir aber links liegen lassen.
Unser Ziel sind die Grey-Rock-Mountains. Hier wechseln sich kleine Dörfchen mit Urwald ab, steile Hänge geben atemberaubende Blicke in tiefe Schluchten preis und die Tageshöchsttemperatur ist angenehm -  kratzt keinesfalls an der 30° Marke. 

Für die Nacht haben wir eine Cabin gemietet. Das ist eigentlich eine Berghütte, sie spart aber nicht an Komfort. 
Überwältigend schön ist der Blick von der Veranda ins Tal und nur wenige Meter hinter der Eingangstür endet die Zivilisation. 

Nur ein paar Zickzackkurven weiter schmiegt sich Lakeview Garden  an einen der steilen Hänge. 
Der terrassenförmig angelegte Park  lockt mit üppiger Blumenpracht, exotischen Schmetterlingen, Vogelvolieren  und schattigen Rastplätzchen mit traumhaftem Ausblick. 
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt -  ein fabelhaftes Restaurant  bietet alles, was der Magen begehrt -  vom daily breakfast bis hin zum feinen Burger (und den sogar in einer vegetarischen Variante)!
Nachdem wir bereits am Nachmittag einen Spaziergang durch den Garten unternommen haben, lassen wir den Abend mit einem weiten Blick, der bis zu einem Binnensee reicht, auf der Terrasse des Lokals ausklingen. 

Ess' ich -  ess' ich nicht...

Die philippinische Küche hat zwei Schwerpunkte. Sie heißen Süß und Umami.
Natürlich spielt Obst eine große Rolle, es gibt mehr davon, als man sich vorstellen kann. 
Bananenstauden wachsen überall, sie bevölkern wilde Gärten, stehen als Topfpflanze auf dem Balkon und bieten mit ihren riesigen Blättern nicht nur reichlich Schatten, sondern eben auch Früchte rund ums Jahr. 
Die Mango würde ich als den philippinischen Apfel bezeichnen. Man sieht sie an Bäumen, auf den Tischen  der Gemüsehändler, in den Regalen vom Supermarkt und bekommt sie frisch, als Saft oder getrocknet zu kaufen. 
Zum ersten Mal probiere ich Kokosnusswasser mit einem Strohhalm direkt aus der Frucht -  es ist köstlich!
Die würzige Seite der Nahrung macht  es mir als Vegetarierin nicht ganz so einfach. 
Neben Reis und Süßkartoffeln besteht sie nämlich überwiegend aus Fleisch. 
In der Disziplin der Zubereitung von Geflügel , Meeresfrüchten, Schwein oder Rind ist man hier sehr einfallsreich und das Ergebnis sei überaus schmackhaft, habe ich mir sagen lassen.

Architektur und Geschichte - spanisch inspiriert

Ferdinand Magellan entdeckte die Inseln 1521 im Auftrag Spaniens. Er fiel jedoch im Kampf gegen den Kriegerhäuptling Lapu-Lapu auf Mactan, nachdem er sich in lokale Konflikte eingemischt hatte.
Bis heute verehrt man Magellan auf Cebu. Ich fand Denkmäler, Kreuze und Schreine zu seinem Andenken. Der spanischen Krone unterworfen und zu Ehren König Philipps II. "Islas  Filipinas" genannt hat die Inselgruppe erst 20 Jahre später Ruy López de Villalobos, ein weiterer Kommandant der spanischen Flotte.

Motive der Eroberung  waren die Verbreitung des Katholizismus, Gewürze und Gold.
Dass die Inseln bereits vorher sehr zivilisiert waren, seetaugliche Schiffe besaßen und mit Eisenerz umzugehen verstanden, fällt gern unter den Teppich der Geschichte.

Bis heute trägt die historische Architektur spanische Züge. Alte, erhaltene Gebäude sind unschwer als Relikte der Kolonialzeit zu identifizieren. Nur gibt es nicht mehr viele davon...
Klimatische Probleme wie häufige Erdbeben, Taifune sowie mangelndes staatliches Interesse am Erhalt der baulichen Denkmäler lassen sie verrotten und nacheinander verschwinden.

Der spanische Stil findet sich aber dennoch an Villen, Einkaufsmalls  und öffentlichen Gebäuden wieder. man verwendet hier eher Schmuckelemente, die wie Erinnerungsmerkmale an eine Zeit wirken, die dem Land zwar Anschluss an die europäische Zivilisation gebracht hat, aber es auch seiner eigentlichen Wurzeln beraubte. 

In erdbebensicheren Zonen von Cebu City entstehen, wie überall auf der Welt, Skyscraper, die sich in nichts von denen in Shanghai oder Hongkong unterscheiden. 





Der Hauptgrund unserer Reise

...war eine Hochzeitseinladung. Denn eigentlich stand dieses  Land nicht auf einer meiner Reise-Wunschlisten. Aber wenn der Sohn des Liebsten das Herz nicht nur an Cebu, sondern auch an eine seiner Bewohnerinnen verliert, dann müssen Papa und Stiefmutter natürlich beim großen Familienfest ebenfalls mit dabei sein. 

Noch nie zuvor habe ich eine Eheschließung erlebt, die einem derart festgelegten Zeremoniell folgte.
Es gab traditionelle Hochzeitskleidung für die Männer, sehr einheitliche Farbvorschriften für die Damen und der komplette Ablauf folgte einem klar definierten Drehbuch mit einem zuckersüßen Regisseur -  dem Hochzeitsplaner Marc!

Minutiös geplant war alles - und wurde dann doch nach philippinischer Tradition mit mehr als einstündiger Verspätung zelebriert.

Zuerst zogen die Hochzeitsgäste  auf -  Familienmitglieder, Freunde, dann die Brautjungfern und schließlich erschienen die Wegbereiter für das junge Paar -  hier nicht als niedliche Blumenmädchen, sondern die beiden unverheirateten Brüder der Braut warfen als übermütige Flower-Boys händeweise Blütenblätter in die Luft.

Anschließend trat der Bräutigam ins Bild, der zuerst seine Eltern begrüßte, die sich ebenfalls auf ihre Plätze begaben und schließlich erschien die Braut, begleitet von ihren Eltern und komplett verschleiert. In dieser Form wurde sie ihrem Zukünftigen übergeben und die Zeremonie des Pastors samt einer feurigen Rede mit anschließendem Segen, Ringwechsel und jeweils gegenseitigen Trauversprechen ließen auch beim hartgesottensten Gast die Tränchen fließen.

Damit war der Job des Hochzeitsplaners noch nicht beendet, denn nun ging es ans Essen, es wurden Toasts auf das Paar ausgebracht und anschließend folgte eine ausgelassene Party mit Spielen, Vorführungen, Tänzen, Wettbewerben und Geschenken.
Wie ich vorher schon schrieb, dunkelt es so nah am Äquator früh und schnell. 
Also fand der größte Teil der Feier "bei Nacht" statt.
Die bereits vorher vorsorglich installierten zahlreichen Lämpchen und Lichterketten sorgten für märchenhafte Stimmung  und bei der Afterparty  versuchte sich der eine oder die andere an Karaoke oder sprang beherzt in den Pool. 



Was bleibt -  Resümee

In gut zwei Wochen kann man ein Land natürlich nicht kennen lernen, das ist mir völlig klar und ich würde auch nicht wagen, das zu behaupten. 
Im Gegensatz zu manch anderem Reisenden, der in dieser Zeit  mehr als fünf der Philippinischen Inseln besucht, die Hauptstadt gesehen und schöne Strände getestet hat, war es uns wichtig, nicht nur tolle Freizeitaktivitäten und touristenfreundliche Locations zu erleben.
Wer mich kennt, der weiß: ich möchte Dingen gern auf den Grund gehen. Ich möchte erfahren, wie Menschen leben, wie eine Gesellschaft funktioniert und was ihre Problemzonen sind. 
Deshalb habe ich die Touristen-Bubble so oft als möglich verlassen.
Ich war stundenlang zu Fuß unterwegs, habe mit Menschen gesprochen, gegessen , gesungen und gelacht. 
Ich habe sowohl die Slums als auch die Noblesse gesehen.
Diese Erfahrung zu machen, empfand ich als schmerzhaft. Aber sie war mir sehr wichtig. 
Nun, wieder zurück in meiner Welt bemerke ich, wie wohltuend Ruhe sein kann. Cebu ist eine sehr lebendige, aber auch laute Insel.
Ich genieße hier zu Hause Sauberkeit -  die der Luft, der Umwelt und der Mitmenschen. 
Einfach ein Glas Wasser aus dem Hahn zu trinken, ist ein Privileg. Das war mir vorher nie so bewusst.
Aber ich vermisse die Heiterkeit. Trotz aller Armut  lachen und singen die Philippinos bei der Arbeit. Sie begegnen ihren Gästen mit Heiterkeit, Lächeln, Höflichkeit und Rücksichtnahme. 
Hier hat Deutschland unbedingt noch Wachstumspotential. 
Und natürlich fehlen mir jetzt im April noch ein bisschen die täglich sommerliche Wärme und  die südliche Sonne. 
Ach wenn ich es vorher nicht geglaubt habe -  ein kleines Stück von meinem Herzen habe ich dort gelassen.